Ruling Planets

Ruling Planet entstand Anfang des Jahres 2026 im Rahmen eines Zeitfensters, in dem mehrere langsam laufende Planeten ihr Zeichen wechseln – ein astrologischer Epochenwechsel. Dieser Wandel ist auch dahingehend spürbar, dass sich strukturell in unserer Gesellschaft grundlegend etwas verschiebt. Auch individuell begleitet mich diese Veränderung, denn viele private wie berufliche Bereiche meines Lebens befinden sich gerade selbst in einem solchen Wechsel.

Zudem scheint es derzeit vielen Menschen ähnlich zu gehen: Man spürt, dass bestimmte Dinge im Leben zu Ende gehen, Altes keine Substanz mehr hat und man bestimmte Dinge nicht mehr bereit ist zu tun, während sich gleichzeitig Neues ankündigt und Offenheit für das Unbekannte verlangt wird.

Im Entstehungsprozess von Ruling Planet liegt eine innere Bewegung, die ein Stück weit damit verglichen werden kann, die eigene Vergangenheit zu übermalen und zu schauen, was an Neuem entsteht.

Hierzu habe ich ein bereits bestehendes Bild bewusst mit Pinsel und Spachtel unter einer weißen, strukturierten Farbschicht ansatzweise verschwinden lassen. Aus dem, was bleiben wollte, entstanden schwebende, kreisrunde Formen in Gold, Rosé und zartem Grün – sie erinnern an Planeten im Universum, die sich annähern, sich wieder entfernen, um dann irgendwann ihren Platz zu finden. Oder wie Möglichkeiten, die sich begegnen, einander anziehen und wieder abstoßen, bis klar ist, was sich als stimmig erweist.

Ich habe bewusst an mehreren Stellen Gold eingearbeitet, um das reflektierende Licht des Kosmos einzufangen – sichtbar oder erahnbar wird es allerdings erst aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Je nachdem, wie das Licht zu welcher Tageszeit auf das Bild fällt, changieren die Farben und zeigen genau dieses Wechselspiel.

Auch meine Stickarbeiten entstehen derzeit fortlaufend im Kontext dieses Epochenwechsels. Ausgehend von astrologischen und persönlichen Wandlungsprozessen greift jede Arbeit einen Aspekt dieses Wandels auf und macht einen Moment gegenwärtiger Zeitqualität sichtbar. Im Zentrum steht der Zwischenraum – jener offene Bereich zwischen dem, was vergeht, und dem, was entsteht.

Auch Ruling Planet lässt sich in diesen Zwischenraum stellen: zwischen dem, was übermalt wurde, was bleiben will, und dem, was gerade erst sichtbar wird.

Ruling Planets⎜Acryl auf Leinwand⎜80 × 80 × 4 cm⎜2026.

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Dance of Possibilities