The Spiral of Evolution
Durch den Tod eines lieben Menschen, war ich die vergangenen Tage mit meiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert und der Frage, ob ich meinem Leben genug Sinn gebe und Beziehungen so führe, wie ich es wirklich will.
In diesem Gefühlsnebel habe ich mir einen Filz genommen und ein neues Werk gestickt. Immer während ich so arbeite, tauchen viele innere Bilder auf, da es in mir so herrlich ruhig wird. Während ich damit beschäftigt bin, Farben zu wählen, Stichgröße und Spur abzuwägen, sehe ich gleichzeitig Kinofilme vor meinen Augen abspielen, die mir Antworten auf innere Fragen zeigen.
Diesmal sah ich Spiralen und Schalen – die mir das Gefühl vermitteln, mich im großen Kreislauf des Lebens zu bewegen: Himmel, Erde und Mensch in Raum und Zeit.
Also begann ich mit einer Spirale, und zwar dem essentiellen Teil der Spirale – ihrer Offenheit. Im Grunde ein Kreis der sich nie schließt. Es ist komisch – im Alltag benutzen wir das Sprichwort: „Ich drehe mich im Kreis!", wenn wir meinen, in einer Sackgasse aus Wiederholungen festzustecken. Doch im Grunde bewegen wir uns nie in einem geschlossenen Kreis, es ist immer eine Spirale. Selbst wenn wir scheinbar an dieselben emotionalen Grenzen stoßen, ist es kein Stillstand, sondern das Sammeln von Wissen für die nächste Runde.
Jede Schleife, die ich bisher in meinem Leben gedreht habe, hat mich letztendlich zu einer neuen Erkenntnis geführt – zu einer Erweiterung meiner Bewusstheit. Eben wie eine Spirale, die sich weiter nach oben dreht – mal breiter und langsam, mal steil und schnell.
The Spiral of Evolution⎜( 20 ×20 )
All meine Entwicklung geschieht hier auf der Erde, mit der ich dauerhaft in Beziehung stehe. Sie trägt mich, sodass ich nicht im luftleeren Raum umherschwebe. Ob ich durch den Wald gehe oder am Boden liege und die Decke anstarre – die Schwerkraft hält mich auf diesem Planeten, damit ich sinnliche Erfahrungen mache und etwas lerne. Die Erde ist mein Fundament, mein Lebensraum – sie ist mein Zuhause, mein Backup, meine tragende Mutter.
Und wenn ich in den Himmel schaue, spüre ich, dass ich eingebunden bin in ein viel größeres Feld – an die Naturkraft des Himmels und des Universums. Dort, wo wir Menschen assoziieren, dass Verstorbene von oben herabschauen, Sterne Götter sind, aber auch Seelen einen Platz gefunden haben – ein Ort, an dem die Seelen der Ahnen leben, bevor sie vielleicht (wer weiß es schon) ein neues Erdenleben wählen.
Und genau hier schließt sich für mich der Bogen, der zurück zur Erde führt: Denn durch unsere Ahnen kommen wir auf diese Erde – wir inkarnieren in ein neues Menschenleben. So werden wir in bestimmte familiäre Muster und irdische Situationen hineingeboren – aus unserer persönlichen Perspektive mal glücklicher und mal leidvoller. Wie das Bild, das oft aufgegriffen wird: ein Stern, der vom Himmel fällt und die Inkarnation in ein neues Menschenleben darstellt.
Der Mensch, der sich zwischen Himmel und Erde bewegt, sich sinnlich erfährt und mehr und mehr Bewusstsein über sein Sein erfahren kann, wenn er mag, gleicht einer Stimmgabel, um seine Schwingung auszubreiten und in Raum und Zeit in Beziehung zu treten.
Wir alle befinden uns in einer permanenten Weiterentwicklung, in der alles ineinandergreift und wir uns mit der Tragweite unseres eigenen kleinen Lebens dem Universalen annähern können. Mit diesen Bildern transformiert dieses Werk meine Trauer über den Tod in ein tiefes und wunderschönes Ja zum Leben, das in verschiedenen Nuancen fortwährend mitschwingt und nachklingt.