Play what’s not there (Miles Davis) – 13/55 Thoughts
Don’t play what’s there. Play what’s not there. – Miles Davis
Dieses Zitat von Miles Davis war in den letzten Tagen immer wieder in mir Kopf. Es begleitete mich auch bei meiner Textilarbeit und half mir, meine nächsten Schritte immer wieder unter dieser Prämisse zu betrachten und auszurichten.
Inhaltlich nahm ich dabei Bezug auf den letzten Neumond, die Tag-und-Nacht-Gleiche und den Begriff der „kosmischen Spalte“ – jenen energetischen Nullpunkt bei 0 Grad, den Übergang von den Fischen zum Widder. Mein Ziel war es, diesen Moment des Übergangs energetisch einzufangen.
Eigentlich wollte ich etwas sehr Einfaches sticken. Doch dann entwickelte sich etwas völlig anderes, da ich anfing, mit Nadel und Faden dort zu spielen, wo aus meiner Perspektive das, was ist, noch nicht da war – ganz im Sinne von Miles Davis.
So gestaltete ich aus dem Vorhandenen plötzlich etwas ganz Neues, weil ich mich auf die Zwischenräume konzentriert habe. Und siehe da: In den Zwischenräumen tauchte genau das auf, was dem Ganzen einen ganz anderen Glanz verliehen hat.
Die kosmische Spalte @sabinekraus
Inspiriert von den zwei Tierkreiszeichen Fische und Widder versuchte ich, eine Frequenz einzufangen, die für mich mit diesen Energien verbunden ist. So unterschiedlich diese beiden Zeichen auch sind – Wasser und Feuer –, so bekam ich doch ein Gefühl dafür, dass beiden ein ganz eigener Glanz innewohnt. Ein goldenes Glitzern – so wie das Feuer glimmt – und ein silbernes Glänzen, so wie wenn Sonnen- oder Mondlicht auf der Wasseroberfläche spielen.
Die kosmische Spalte ist der Zwischenraum – der Übergang vom einen in das andere, so wie die Gestirne wechseln. Gleichzeitig ist es das, was die Stille des Augenblicks ausmacht: die Pause, der Atem im Wechsel zwischen Aus- und Einatmen, der Moment, bevor etwas Neues in die Welt hinausgeht.
Es ist der Neubeginn, das Vakuum, in dem eine neue Entscheidung getroffen wird. Beim Sticken wird das sehr deutlich: die Pause zwischen dem Punkt, an dem die Nadel eintaucht, und dort, wo sie wieder herauskommt. Ein Navigieren und ein Spiel mit dem, was eben noch nicht da ist.
Genau in diesem Moment der Pause passiert das Wesentliche – jede Entscheidung, ob bewusst oder unbewusst, initiiert hier den nächsten Schritt. Es ist der Moment des Innehaltens: noch nicht das eine, aber auch noch nicht das andere.
Insofern werde ich meinen Blick weiterhin auf die Pausen richten, ob lang oder kurz. Und immer öfter werde ich in mich hineinhorchen, um den nächsten Schritt zu setzen – mit den Worten von Miles Davis im Ohr:
Play what’s not there.