Slow Living is Flow Living - 14/55 Thoughts

Die Menschen, die meinen Prozess über die letzten Wochen verfolgt haben, wissen, dass ich auf der Suche nach meiner wahren Heimat als Künstlerin war. Nicht umsonst habe ich mein Jahresthema für 2026 gewählt: Zuhause ankommen.

Auf diesem Weg stelle ich mir immer öfter die Frage: „Tue ich das gerade wirklich für mich selbst? Und ist das das Maximum an Freude, das ich mir erlaube?“

In diesem Prozess bin ich zurück bei der Arbeit mit Textilien gelandet. Hier fühle ich mich schon beim Tun zu Hause. Ich genieße das Sinnliche, das in der Arbeit mit Stoffen, Fasern und Fäden liegt – ein Gefühl, das in mir eine ganz andere Form von Ästhetik anspricht als die Malerei. In der Textilkunst kann ich meinem Bedürfnis nach Einfachheit leichter gerecht werden als derzeit in der Malerei – und das wiederum macht mich glücklich.

Billie Holiday hat angeblich einmal gesagt: “Wenn ich wie jemand anderes singe soll, dann brauche ich überhaupt nicht zu singen.” Unter diesem Blickwinkel, kann man sich selbst immer wieder in einem neuen Licht betrachten.

Für mich hat das Einfache, das Schlichte in seiner puren Präsenz immer schon einen ganz besonderen Klang – eine eigene Melodie, die keine komplexen Gesten braucht, um wahrhaftig zu sein.

Durch die Chance auf einen entschleunigten Lebensstil im letzten Jahr habe ich gelernt: Slow Living ist mein Flow Living. Es entspannt mich nicht nur, sondern bringt mich viel näher an meine Intuition und das Gefühl des Einsseins mit dem Göttlichen. Etwas, das mir in den vergangenen Jahren ein Stück weit abhanden gekommen war.

Aber zurück zur Kunst.

Ich habe entschieden, dass Simple Slow Living auch in meiner Kunst im Fokus steht. Ob ich nun male oder mit Textilien arbeite: Es geht mir darum, die Essenz, die Einfachheit und eine tiefe Ruhe zum Ausdruck zu bringen – einen Ort, an dem sich die Seele beim Betrachten einfach anlehnen kann. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber ich fühle mich hier endlich ganz als ich selbst.

Genauso verhält es sich mit meinen Essays, die ich im Rhythmus des Mondes schreibe. Für die Leser ist dieser Hintergrund vielleicht nicht immer offensichtlich, aber mir gibt es einen Takt, der meiner Natur entspricht. Denn ich habe schon immer auf den Mond reagiert – und meine innere Stimme fragt mich um die Zeit der letzten Monde immer wieder:

  • Ist das leicht? Ist das einfach?

  • Macht dir das Freude?

  • Bist das du – jetzt in diesem Moment?

Die Antworten auf diese Fragen bedeuten für mich im Kontext meiner künstlerischen Arbeit auch, mich von oft unbewussten, blockierenden Glaubenssätzen zu lösen. Es bedeutet: Mehr Natur, mehr Musik, mehr Lesen, das Arbeiten an meinen Buchprojekten. Ein Rückzug zu dem, was für mich wesentlich ist.

Nicht nur im künstlerischen Kontext, sondern ganz allgemein sind es die kleinen, einfachen Dinge, die mich tiefer berühren – ein Detail, bei dem der Blick oder die Hände kurz in Stille verharren, um einfach nur zu genießen.

Wenn mein Wunsch, mein Leben mit mehr Flow und Leichtigkeit zu gestalten, dich dazu inspiriert, dein eigenes Leben auch einmal ‚slow‘ auszumisten, freut mich das sehr. Es ist nicht immer leicht – doch am Ende ist das Gefühl, allen Ballast abgeworfen zu haben, zutiefst befreiend.

Für mich ist das nicht nur Befreiung, dieser Zustand ist mein wahres Zuhause:

atmen zu können, mich frei zu fühlen und so oft wie möglich meinem eigenen Rhythmus zu folgen.

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