The Merging of Sun and Moon – 18/55 Thoughts
Im Dezember 2025 bin ich mit dem Thema “Zu Hause ankommen“ gestartet. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema hat mich bisher zur Textilkunst zurückgeführt, mir meine Liebe zum Jazz zurückgebracht und mich in meiner Entscheidung gestärkt, die Philosophie des Soft Livings in mein Leben zu integrieren.
Als Lebensphilosophie stellt Soft Living das eigene Wohlbefinden und den inneren Frieden über eine ständige Produktivität. Erfolg wird hier nicht durch permanenten Einsatz oder Statussymbole definiert, sondern durch ein Leben, in dem wir unnötigen Druck und Stress so gut es geht vermeiden.
Es geht nicht darum, faul auf der Couch zu liegen und dem Müßiggang zu frönen, während andere „schuften“. Vielmehr geht es darum, persönlich sinnlose und aufgezwungene Anstrengungen zu minimieren oder bestenfalls zu vermeiden, um die eigenen Energieressourcen für die Dinge einzusetzen, die einem wirklich wichtig sind. Praktisch bedeutet das: Du gestaltest dein Leben bewusst so, dass du fremdbestimmten Druck minimierst.
Ein Beispiel dafür ist: Du hörst auf, Dinge für andere zu erledigen, die sie selbst machen könnten – und für die sie dir am Ende vielleicht nicht einmal danken. Das gilt auch für Beziehungen, die uns energetisch auslaugen, anstatt uns zu nähren. Soft Living bedeutet hier, klare Grenzen zu setzen und die eigene Energie zu schützen. Dazu gehört auch herauszufinden, welche gesellschaftlichen Erwartungen du erfüllen willst und welche eben nicht – sei es das Haus mit dem perfekt gepflegten Garten oder ein besonders hohes Monatseinkommen, um dir Statussymbole zu leisten, die eher dem äußeren Prestige als dem inneren Frieden dienen.
Es geht viel um persönliches Wachstum: sich selbst kennenlernen, der eigenen Individualität Tribut zollen und die eigene Gesundheit sowie eine gesunde Portion Selbstfürsorge an die erste Stelle zu setzen. Es geht aber auch darum, der eigenen Kreativität mehr Raum zu geben, da wir Menschen nun mal kreative Wesen sind und Kreativität uns stärkt.
Es geht darum, die eigenen Kräfte bewusst einzuteilen und Anstrengungen zu wählen, die das eigene Leben bereichern, dich nicht dauerhaft auslaugen oder langfristig sogar gesundheitlich schädigen. Es ist die perfekte Burnout-Prävention oder eben der Weg aus dem Burn-out heraus in ein einfacheres, sinnvolles und friedlicheres Leben. Aus dieser Haltung heraus gestalte ich meine Lebensbereiche nun Schritt für Schritt softer.
Auf dieser Basis entsteht auch meine Kunst, meine Texte sowie meine Impulse zu künstlerischen Raumkonzepten und entschleunigtem Wohnen – denn: ich möchte Menschen ermutigen, mehr von dieser Lebensphilosophie in ihr Leben zu integrieren, da ich mich 2025 selbst im „Hustle Life“ verloren hatte.
The Merging of Sun and Moon ⎜( 20 ×20 )
The Merging of Sun and Moon ist kurz vor dem heutigen Vollmond im Schützen entstanden – dem sogenannten Blue Moon, dessen Eigenschaft es ist, besonders weit weg von der Erde zu stehen.
Um diese Distanz spürbar zu machen, habe ich diesmal intuitiv zu einer monochromen Gestaltung gegriffen. Während des Arbeitens wurde deutlich, dass es thematisch um das Verschmelzen unserer eigenen Sonnen- und Mondqualitäten zu einer stimmigen Gesamtkomposition ging.
Unsere Sonnenkraft steht für unser Nach-Außen-Gehen, unser Produktivsein, das Gestalten von etwas Sinnvollem, das Unterstützen von Menschen und das In-die-Welt-Bringen von Visionen. Aber auch dafür, wie wir im Außen gesehen werden und wo wir in vollem Licht strahlen.
Unsere Mondkraft hingegen symbolisiert die empfangenden, intuitiven und sich eher zurückziehenden Urkräfte: der Teil in uns, der Ruhe braucht, Einkehr zum Ressourcensammeln und zum Sich-Anbinden an das eigene höhere Selbst, um intuitive Führung zu erlangen. Es ist das sanfte Licht, das neben dem Sonnenlicht als inneres Leuchten ebenso im Außen sichtbar ist.
Wenn diese Anteile stimmig ineinandergreifen, entsteht genau das, was auch ein Teil von dem ist, was Soft Living ausmacht: ein ausbalanciertes Leben in den verschiedenen Bereichen unseres Daseins.
Wahre Balance bedeutet schließlich nicht, dass immer alles perfekt sein muss. Sie ist vielmehr ein dynamischer Zustand des Wohlbefindens. Es geht um die Flexibilität, mit der wir unser Leben bewusst gestalten und auch auf Stürme reagieren können.
Meine textilen Arbeiten verstehe ich in diesem Kontext als eine Art Anker, deren Dynamik den Betrachter in eine gewünschte Balance zurückführen kann – im Sinne einer Art Manifestationshilfe auf mentaler und emotionaler Ebene. Im Raum selbst können sie die Energie entschleunigen, stiller machen und als Eyecatcher dienen – ein bisschen so wie das Auge im Sturm: die Stille im Inneren, an die wir uns anbinden können, um im Sturm nicht weggeweht zu werden.
In diesem Fokus soll The Merging of Sun and Moon eine Erinnerung daran sein, die eigenen Facetten nicht länger getrennt zu betrachten, sondern sie zu einer kraftvollen Ganzheit zu verbinden.
Passend zum Essay habe ich einen neuen Soft Living Impuls geschrieben: