Vom Mut, einen Gang runter zu schalten

Wenn ich viel um die Ohren habe, verirre ich mich oft in einem Geflecht aus Möglichkeiten.

Mich dann rar zu machen, ist für mich der beste Weg, wieder bei mir anzukommen. Die Distanz zum Außen zu suchen, empfinde ich nicht als Schwäche, sondern als Anerkennung meiner eigenen Grenzen und Bedürfnisse. Im Rückzug dürfen die Anforderungen des Alltags verschwimmen, bis wieder Ruhe einkehrt.

Es ist wie im Jazz: Erst durch die Pausen zwischen den Tönen entsteht die Melodie.

Mit der Zeit habe ich gelernt, Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört. Nicht alles, was mich beschäftigt, gehört zu mir. Nicht alles muss von mir gelöst werden.

Manchmal bedeutet das, Abstand zu nehmen und eine Beziehung, eine Situation oder einen Anspruch neu zu betrachten. Nicht um eine schnelle Antwort zu finden, sondern um wieder wahrzunehmen, was für mich stimmig ist.

Balance ist für mich kein fester Zustand. Sie entsteht immer wieder neu – im Wechsel zwischen Nähe und Distanz, zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen dem Impuls hinauszugehen und dem Bedürfnis, nach innen zu lauschen.


Das Werk zum Impuls

The Merging of Sun and Moon (20×20 cm) folgt der Frage, wie unterschiedliche Kräfte nebeneinander bestehen und miteinander in Beziehung treten können.

©️Sabine Kraus


Inspirationen zu diesem Impuls

Weiter
Weiter

Beflügelt oder blockiert dein Raum deine Kreativität?