Warum ich Art Essays schreibe

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Warum schreibe ich diese Essays? Weil ich bei manchen Werken das Bedürfnis habe, dass ich das, was im künstlerischen Prozess den Weg nach außen gefunden hat, in Worten festhalten möchte.

Aber ich beginne mal am Anfang.

Meine Arbeiten beginnen immer mit einem persönlichen Impuls, einer Wahrnehmung, einer Emotion oder einer Frage. Dieser folge ich dann intuitiv, ohne zu wissen, wohin mich der Prozess führen wird. Dabei geschieht oft etwas, das ich so beschreiben würde:

Mein persönliches Thema öffnet sich ins Universelle und verdeutlicht, dass wir als Individuen immer in einen universellen Kontext eingebunden sind.

Aus meiner individuellen Wahrnehmung heraus entstehen quasi Fragen oder Beobachtungen, die über mich als Person hinausweisen. So wie:

  • Wie treten wir als Menschen in Beziehung zu uns selbst, zu anderen, zur Natur oder zur Welt?

  • Wie sind wir als Einzelne in ein größeres Ganzes eingebunden?

  • Welche Möglichkeiten der Gestaltung des eigenen Lebens haben wir selber im Miteinander?

So wie in meiner Arbeit Ruling Planets, die sich damit beschäftigt, was geht, was bleiben will und was sich gerade erst sichtbar machen will. Oder in Beneath the Waves, wo es darum geht, dass Wahrnehmung etwas sehr Individuelles ist. Denn obwohl wir alle mit denselben Sinnen ausgestattet sind und der Körper das Wahrnehmungsinstrument eines jeden Menschen ist, nimmt dennoch jeder Mensch etwas anderes wahr.

Dabei sollen die Art Essays meine Arbeiten nicht erklären oder ihre Bedeutung festlegen. Mir geht es eher darum, einen zusätzlichen Raum für bewusste Erfahrung zu öffnen.

Mich fasziniert es, im scheinbar Unscheinbaren wahrzunehmen, wie das Einzelne im großen Ganzen eingebunden ist. Es geht mir darum, immer wieder das in den Fokus zu rücken, was wir in unserem alltäglichen Leben so oft vergessen oder dem wir nicht so viel Wert beimessen, wie es vielleicht sinnvoll wäre.

In einem Art Essay versuche ich daher, das, was im Werk visuell sichtbar geworden ist, noch einmal entlang des Weges, den das Werk genommen hat, in Worte zu fassen. Den Weg vom persönlichen Impuls hin zu etwas, das über das Individuelle hinausreicht.

Vielleicht entsteht so beim Lesen oder Betrachten des Werkes ein neuer Impuls – eine Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung mit ins Spiel zu bringen und die Frage weiterzuführen, wie man als Individuum mit etwas Größerem verbunden ist – und was man selber tun kann, um sich in seiner persönlichen Beziehung zu sich selbst, seinen Mitmenschen, der Natur und dem Kosmos wohl(er)zufühlen.

Dies ist der zweite Beitrag einer Reihe, in der ich über den Epochenwechsel – In Beziehung sein mit dem Umbruch schreibe, darüber, warum ich keine Künstlerin für nur ein Medium bin, warum Identitätsfindung in der Kunst für mich nie aufhört – und wo sich mein Angebot aus Feng Shui und Coaching mit meiner Kunst verbindet.

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