Traces of Aquarian Energy

‍Traces of Aquarian Energy (Spuren von Wassermann-Energie)⎜( 20 ×20 )

Diese Arbeit entstand zum Vollmond im Wassermann. Ich bin mit dem Gefühl von „Es liegt etwas in der Luft" eingestiegen – ein leicht irritierendes Vibrieren, gleichzeitig verbunden mit dem Gefühl von Neugier und Lebendigkeit. So begann ich, absichtslos eine Spur aus einem roten Faden zu legen.

Schon bald stellte sich mir die Frage, ob ich die Struktur im Inneren und die Formen, die sich am Rand abzeichneten, weiterentwickeln wollte. Im Prozess entstanden drei Halbkreise, gefüllt mit hellrosa Stichen und zwei weitere in einem warmen Ocker. Die feine, silberne Spur stellt für mich ein verbindendes Element dar – ein Übergang zwischen der leeren Form im Inneren und den gefüllten Formen am Rand. Sie umgibt das Äußere, bewegt sich aber gleichzeitig im Innenraum und hält beide in ihrer ganz eigenen Art zusammen.

Mit der Gestaltung der äußeren Formen gewann der Zwischenraum in der Mitte immer mehr an Präsenz. Er zieht bis heute fast mehr Aufmerksamkeit auf sich als die gestickten Formen selbst – als würde dort etwas darauf warten, sich zu zeigen.

Im unteren linken Bereich verliert die erste rote Spur ihre sonst klaren Kreisbewegungen. Anfangs wollte ich diese Stelle wieder auflösen. Doch irgendwie schien die Linie „außerhalb der Norm“ mir wichtig, wie etwas, das sich in den offenen Raum hineinbewegen will, etwas, das noch keinen festen Platz hat, das Fragen stellt. Für mich trägt genau diese Stelle das Gefühl des Anfangs in sich: Irritation, Neugier und eine feine Unruhe. Mein Blick kehrt immer wieder dorthin zurück.

Ebenso spannend fand ich, dass sich oben links zwischen den Kreisformen eine Herzform eingeschlichen hat. Für mich ist sie irgendwie eine Grenzgängerin. Sie kann sowohl zum offenen Zwischenraum gehören als auch zu den klar definierten Formen am Rand, und das obwohl sie sich von beiden unterscheidet – oder gerade weil sie sich unterscheidet. Mich erinnert sie daran, dass Verbindung nicht entsteht, weil alles zusammenpasst, sondern weil wir bereit sind, offen zu bleiben und uns zwischen Grenzen und Zwischenräumen zu bewegen.

Mich erinnert diese Arbeit daran, dass im Spiel immer etwas Neues entsteht, wenn wir lebendig bleiben und uns auf ungeplante Begegnungen einlassen.

Manchmal lohnt sich der Blick auf das Unscheinbare – der Raum, der noch ungestaltet ist, aber bereits durch das, was ihn umgibt, eine eigene Form annimmt.

Und vielleicht finden wir das Wesentliche oft nicht in der Form selbst, sondern in dem Raum dazwischen.

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